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Brustkrebs beim Mann

Die Krankheit, mit der "Mann" nicht rechnet: Brustkrebs kann auch bei Männern entstehen

Es kommt zugegeben sehr selten vor, doch für die Betroffenen bricht eine Welt zusammen: Wer rechnet schon damit, dass auch Männer an Brustkrebs erkranken können? Immerhin erhalten bundesweit jährlich 490 Männer diese Diagnose, was ungefähr einem Prozent aller Mammakarzinome entspricht. Doch während bei den Frauen regelmäßige Vorsorge-Untersuchungen üblich sind, ergeben sich bei den Männern die Befunde oftmals zufällig, erklärt Oberärztin Jenci Palatty, Koordinatorin des Westfälischen Brustzentrums im Klinikum Dortmund: „Ultraschall-Untersuchungen der Brust gibt es vor allem bei niedergelassenen Gynäkologen, doch welcher Mann geht schon vorsorglich zum Frauenarzt, um seine Brust checken zu lassen?“

Dementsprechend werden schmerzlose Knoten in der Brust von Männern auch lange Zeit nicht weiter ernst genommen, selbst mögliche Verhärtungen oder Rötungen der Haut in diesem Bereich machen das „starke Geschlecht“ nicht weiter nervös. Doch genau solche Symptome können bereits auf ein Mammakarzinom hindeuten, sagt Oberärztin Palatty: „Das sollte dann dringend von einem Arzt per Ultraschall abgeklärt werden, der sich darauf spezialisiert hat. Und das sind nun mal Gynäkologen.“ Wird eine entnommene Probe des Knotens als Tumor identifiziert, sollte die weitere Therapie in einem zertifizierten Brustzentrum erfolgen. Nur hier ist von den zuständigen Krebsgesellschaften und damit von unabhängiger Seite bestätigt, dass die Therapie nach den geltenden Leitlinien erfolgt und auch wirklich alle wissenschaftlich ratsamen Therapieansätze angeboten werden.

Bisher keine speziell auf Männer abgestimmt Therapiekonzepte

Im zertifizierten Westfälischen Brustzentrum, das pro Jahr im Schnitt zwei Männer mit Brustkrebs behandelt, werden Betroffene dann nach den Vorgaben therapiert, die auch bei Frauen gelten. „Es gibt einfach bislang zu wenig in Studien evaluierte Therapiekonzepte, die speziell auf Männer abgestimmt sind. Die meisten Erfahrungen in Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms wurden nun mal bei Frauen gesammelt und auf die Situation der Männer übertragen.“ Zudem sei das Interesse der Pharmaindustrie, für Männer spezielle Medikamente zu entwickeln, angesichts der niedrigen Fallzahlen nicht wirklich ausgeprägt.

Chemo-Therapie ist selten

In der Regel werden Männer mit Brustkrebs operiert, manchmal kann es auch zu einer Hormontherapie kommen. Seltener ist eine Chemo-Therapie. „Entscheidend ist es, das Tumorgewebe nicht einfach nur zu entfernen, sondern auch zu untersuchen, um eine mögliche Anschlusstherapie zu bestimmen“, sagt Oberärztin Palatty.

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